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January 05 2015

Das Brummton-Phänomen

Nach dem “Knall von Wedding” jetzt “Das Brummen im Schwarzwald”.

Unter dieser Headline berichtet die Süddeutsche über ein rätselhaftes akustisches Phänomen, das den Betroffenen nicht nur den Schlaf raubt, sondern sie nahezu in die Verzweiflung treibt:

Die einen denken, man ist bekloppt, die anderen belächeln einen”, sagt die 55-Jährige mit dem badischen Dialekt. Aber Brigitte Rieber ist nicht verrückt. Sie hat auch keinen Tinnitus im Ohr.

Sie leidet unter dem Brummton-Phänomen. Sie nimmt ein Geräusch wahr, das für sie klingt “wie so eine Turbine, die ganz langsam hochfährt und dann wieder zurück, in einer ganz tiefen Frequenz.”

Bis dahin klingt das Ganze ähnlich spekulativ wie “Morgellons” oder Entführungen durch Außerirdische.

Doch das “Brummton-Phänomen” ist wesentlich älter, auf der ganzen Welt verbreitet und soll hierzulande von “mindestens zwei Prozent der Bevölkerung” wahrgenommen werden, in Furtwagen ebenso wie in München oder im Landkreis Ebersberg:


Direktlink zum Video auf Youtube

Die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg führte 2001 einige Messungen “zur Klärung des Brummton-Phänomens” durch.

Das Protokoll ist ein Dokument der Ratlosigkeit.

Es bescheinigt zwei Brummton-Geplagten ein “überdurchschnittlich empfindliches Gehör”, kann aber eine “akustische Ursache” für das seltsame Geräusch weder ausschließen noch belegen und kommt bloß zu dem Fazit, dass …

… eine gemeinsame akustische Ursache beziehungsweise Quelle für den Brummton ausgeschlossen werden [kann].”

Damit hätten wir eine ähnliche Situation wie beim “Knall von Wedding”:

Womöglich hören unterschiedliche Leute unterschiedliche Sachen.”

Aber was hören sie?

Psiram schreibt von Transformatoren, Lüftern, Resonanzerscheinungen im Dachgebälk etc.:

Sehr wahrscheinlich liegt bei einem Teil der BT-Hörer ein objektiver Tieftontinnitus als körpereigenes Ohrgeräusch vor. Viele Betroffene lehnen jedoch die Tinnitus-Diagnose ab, da sie oftmals fälschlich mit akustischem Wahn bei psychiatrischen Erkrankungen verwechselt wird.”

Bekannt ist auch, dass Hochspannungsleitungen bei feuchtem Wetter unangenehm brummen.

Die unvermeidlichen Verschwörungstheorien zum Thema bringen “Mikrowellenwaffen” und “Mind-Control-Experimente” ins Spiel.

Der amerikanische Skeptiker Brian Dunning hat sich für sein Skeptoid-Portal ausführlich mit dem Brummton-Phänomen beschäftigt, das international “The Hum” genannt wird.

Seinen Nachforschungen zufolge stellt sich “The Hum” höchst diffizil dar.

Das Brummen trete “von Neumexiko bis Neuseeland” auf, betreffe “zwei bis zehn Prozent der Bevölkerung” und klinge wie ein weit entfernter Dieselmotor im Leerlauf.

Manche Geplagte hören das Geräusch drinnen deutlicher als draußen und eher in höheren Stockwerken als im Keller – bei anderen ist es genau umgekehrt. Manchen helfen Ohrstöpsel, anderen überhaupt nicht.

Als Quelle werden Insektenschwärme ebenso diskutiert wie Meteorschauer oder geheime Regierungsprojekte – aber keine Erklärung ist überzeugend.

Der Computeringenieur Prof. T. J. Moir von der University of Auckland (Neuseeland) hat eine Art akustisches Phantombild des “Auckland North Shore Hum” angertigt, nachdem es laut Dunning niemandem je gelungen sei, “The Hum” aufzunehmen.

Hier und hier kann man “the simulation of the sound” nachhören:

However, when presented for purely illustrative purposes, this recording does give an accurate representation of the general consensus for what the Hum sounds like.”

Allerdings dürften die Allermeisten überhaupt nichts hören, außer in dieser aufgehübschten 3-Sekunden-Version.

Aus diesem Grund geht der Geophysiker Dr. David Deming von der University of Oklahoma (mit Betonung der lediglich “anecdotal evidence” des Phänomens) davon aus, dass einige Menschen möglicherweise in der Lage sind, Radiowellen wahrzunehmen.

Er stützt diese “Arbeitshypothese” unter anderem auf die Arbeit “Auditory response to pulsed radiofrequency energy” (“Akustische Wahrnehmung gepulster Radiowellen durch Menschen”) von J.A. Elder und C.K. Chou, die 2003 in dem Fachjournal Bioelectromagnetics erschienen ist.

Demnach könnte “The Hum” eventuell von militärischen Kommunikationssystemen wie TACAMO herrühren – oder vielleicht sogar von den niederfrequenten Geräuschen, die unsere Erde permanent erzeugt, etwa von Sferics oder dem Erdbrummen (“There are anecdotal reports of the Hum being present in wilderness areas, far from any conceivable anthropogenic noise source.”)

Der Skeptiker Dunning hält diese These jedoch für unhaltbar, unter anderem deswegen, weil die Autoren Elder/Chou in ihrem Paper gar nichts von einem direkten “Hören” elektromagnetischer Wellen schreiben.

Sondern die Sache ist etwas komplizierter:

Bei intensiven kurzen Pulsen im MHz-Bereich kann es sein, dass Gewebe im Kopf Energie absorbiert und sich dabei minimal erwärmt. Da dies sehr schnell vonstatten geht, kommt es im Gewebe zu einer Art Knall, das sich über den Schädelknochen zum Ohr ausbreitet und dort hörbar wird.

Der normale Hörmechanismus wird dabei also auf eine ungewöhnliche Art angeregt. Vergleichbar ist das Ganze am ehesten mit einer Glocke, die man einmal kräftig anschlägt und damit eine gute Anregung erreicht. Solche kurzen und intensiven Pulse sind das genaue Gegenteil typischer Radiotechnik.

Dass Menschen zum Beispiel Erdgeräusche direkt hören können, also ohne technische Hilfsmittel zur Umwandlung elektromagnetischer in akustische Wellen, kann so gut wie ausgeschlossen werden.

Außerdem, so Dunning weiter, höre sich das natürliche Impuls-Frequenzspektrum der Atmosphäre (“Knacken, Knistern, Zirpen”) völlig anders an als jene Geräusche, die “Brummton”-Betroffene schildern.

Viel eher passten deren Beschreibungen auf Ohrgeräusche oder auf das, was der Umweltakustiker James P. Cowan 2003 in der Stadt Kokomo/Indianapolis als “Brummtöne” messen und identifizieren konnte: nämlich die Soundkulisse von einem Kompressor und einigen Lüftern örtlicher Industriebetriebe.

Dunnings Fazit:

Es gibt keinen ,Hum’. Jedenfalls kein Phänomen, das sämtliche Berichte von Ohrenzeugen weltweit übereinstimmend erklären und deshalb mit einem gemeinsamen Begriff versehen werden könnte.”

Höchst wahrscheinlich komme eine Vielzahl von Ursachen zusammen, die von geologischen Prozessen über akustische Halluzinationen bis hin zu banalem Umweltlärm reichten:

Yes, it’s possible that most of these cases share the same cause, but it’s much more likely that very few of them do.”

Zum Weiterlesen:

flattr this!

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January 30 2012

finkregh

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September 20 2011

finkregh

April 03 2011

Scherze am Himmel

Vor vielen Jahren hat eine astronomische Fachzeitschrift in ihrer April-Ausgabe vom Kometen Hoax berichtet, der in den folgenden Wochen ein spektakuläres Himmelsschauspiel abliefern sollte. Prompt schwärmte eine sehr angesehene deutsche Tageszeitung ihren Lesern vom bevorstehenden astronomischen Großereignis vor. Allein: Komet Hoax war ein solcher - Hoax ist das englische Wort für Scherz.

Deutschlandfunk, Forschung Aktuell
Direkter Link zur Audiodatei


March 31 2011

finkregh

Strahlenbiologe Edmund Lengfelder: 

"Die Kernschmelze ist nun schon seit Längerem eingetreten"

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February 21 2011

finkregh

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June 01 2010

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Zensurremix – Ursula von der Leyen, Brigitte Zypries & Karl-Theodor zu Guttenberg ft. Special Guests

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May 27 2010

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1588_Zensusgesetz_2011

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Unter dem Radar — Das Zensusgesetz 2011
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Oliver „Unicorn“ Knapp Tim „Scytale“ Weber
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22. Mai 2010
SIGINT 2010, Köln

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April 08 2010

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April 02 2010

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CIA Lock Picking Manual

(PDF, 2.2 MB)
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March 26 2010

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March 18 2010

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Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und Innenminister Thomas de Maizière haben sich in einem Brief an den Bundespräsidenten dafür ausgesprochen, solche Blockaden nicht anzuwenden und stattdessen ein neues Gesetz auf den Weg zu bringen. Ähnlich hat sich auch Familienministerin Kristina Schröder in einem SPIEGEL-Interview geäußert.

Daher wenden wir uns heute mit der Bitte an Sie, den Ankündigungen zur Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes schnell Taten folgen zu lassen. Wir sind uns mit Ihnen einig, dass sexueller Missbrauch mit das Schlimmste ist, was einem Kind angetan werden kann. Gerade bei einem solch emotionalen Thema ist es aber wichtig, wirksame und verhältnismäßige Maßnahmen zu ergreifen. Die im Zugangserschwerungsgesetz geplanten „Internet-Sperren“ helfen nicht, das Ziel zu erreichen, sie sind sogar kontraproduktiv. [...]

// Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur
http://ak-zensur.de/2010/03/cducsu-brief.html
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December 07 2009

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let it be (mary jane)
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October 17 2009

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duits

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October 02 2009

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September 28 2009

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September 24 2009

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Typography Rules

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Snow Patrol - Open Your Eyes (dj marky & bungle bootleg remix)

Great Track :D
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