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July 18 2017

finkregh
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July 17 2017

finkregh

LAUT Anwohnern in Hamburg "randalierende Besoffene, Partyvolk, Spektakel-geile Deppen" - aber keine "linken Extremisten".

###########################

+++ STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE +++

Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern.
In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der Polizei gerungen.

Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.
Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels.
Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert.
Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen und das Pflaster aufgerissen wurde.
Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden.
Tagelang.
Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Zum Höhepunkt dieser Auseinandersetzung soll in der Nacht von Freitag und Samstag nun ein „Schwarzer Block“ in unserem Stadtteil gewütet haben.
Dies können wir aus eigener Beobachtung nicht bestätigen, die außerhalb der direkten Konfrontation mit der Polizei nun von der Presse beklagten Schäden sind nur zu einem kleinen Teil auf diese Menschen zurückzuführen.
Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel oder Bushido-Konzert über den Weg laufen würden als auf einer linksradikalen Demo.
Es waren betrunkene junge Männer, die wir auf dem Baugerüst sahen, die mit Flaschen warfen – hierbei von einem geplanten „Hinterhalt“ und Bedrohung für Leib und Leben der Beamten zu sprechen, ist für uns nicht nachvollziehbar.
Überwiegend diese Leute waren es auch, die – nachdem die Scheiben eingeschlagen waren – in die Geschäfte einstiegen und beladen mit Diebesgut das Weite suchten.
Die besoffen in einem Akt sportlicher Selbstüberschätzung mit nacktem Oberkörper aus 50 Metern Entfernung Flaschen auf Wasserwerfer warfen, die zwischen anderen Menschen herniedergingen, während Herumstehende mit Bier in der Hand sie anfeuerten und Handyvideos machten.
Es war eher die Mischung aus Wut auf die Polizei, Enthemmung durch Alkohol, der Frust über die eigene Existenz und die Gier nach Spektakel – durch alle anwesenden Personengruppen hindurch –, die sich hier Bahn brach.
Das war kein linker Protest gegen den G20-Gipfel. Hier von linken AktivistInnen zu sprechen wäre verkürzt und falsch.

Wir haben neben all der Gewalt und Zerstörung gestern viele Situationen gesehen, in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen. Die anderen Vermummten die Eisenstangen aus der Hand nahmen, die Nachbarn halfen, ihre Fahrräder in Sicherheit zu bringen und sinnlosen Flaschenbewurf entschieden unterbanden. Die auch ein Feuer löschten, als im verwüsteten und geplünderten „Flying Tiger Copenhagen“ Jugendliche versuchten, mit Leuchtspurmunition einen Brand zu legen, obwohl das Haus bewohnt ist.
Es liegt nicht an uns zu bestimmen, was hier falsch gelaufen ist, welche Aktion zu welcher Reaktion geführt hat.
Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt.
Dass diese nachvollziehbare Wut sich am Wochenende nun wahllos, blind und stumpf auf diese Art und Weise artikulierte, bedauern wir sehr. Es lässt uns auch heute noch vollkommen erschüttert zurück.
Dennoch sehen wir den Ursprung dieser Wut in der verfehlten Politik des Rot-Grünen Senats, der sich nach Außen im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse sonnen möchte, nach Innen aber vollkommen weggetaucht ist und einer hochmilitarisierten Polizei das komplette Management dieses Großereignisses auf allen Ebenen überlassen hat.
Dieser Senat hat der Polizei eine „Carte Blanche“ ausgestellt – aber dass die im Rahmen eines solchen Gipfels mitten in einer Millionenstadt entstehenden Probleme, Fragen und sozialen Implikationen nicht nur mit polizeitaktischen und repressiven Mitteln beantwortet werden können, scheint im besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von Macht und Glamour vollkommen unter den Tisch gefallen zu sein.
Dass einem dies um die Ohren fliegen muss, wäre mit einem Mindestmaß an politischem Weitblick absehbar gewesen.
Wenn Olaf Scholz jetzt von einer inakzeptablen „Verrohung“, der wir „uns alle entgegenstellen müssen“, spricht, können wir dem nur beizupflichten.
Dass die Verrohung aber auch die Konsequenz einer Gesellschaft ist, in der jeglicher abweichende politische Ausdruck pauschal kriminalisiert und mit Sondergesetzen und militarisierten Einheiten polizeilich bekämpft wird, darf dabei nicht unberücksichtigt bleiben.

Aber bei all der Erschütterung über die Ereignisse vom Wochenende muss auch gesagt werden:
Es sind zwar apokalyptische, dunkle, rußgeschwärzte Bilder aus unserem Viertel, die um die Welt gingen.
Von der Realität eines Bürgerkriegs waren wir aber weit entfernt.
Anstatt weiter an der Hysterieschraube zu drehen sollte jetzt Besonnenheit und Reflexion Einzug in die Diskussion halten.
Die Straße steht immer noch, ab Montag öffneten die meisten Geschäfte ganz regulär, der Schaden an Personen hält sich in Grenzen.
Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben.
Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht.

Der für die Meisten von uns Gewerbetreibende weit größere Schaden entsteht durch die Landflucht unserer Kunden, die keine Lust auf die vielen Eingriffe und Einschränkungen durch den Gipfel hatten – durch die Lieferanten, die uns seit vergangenem Dienstag nicht mehr beliefern konnten, durch das Ausbleiben unserer Gäste.
An den damit einhergehenden Umsatzeinbußen werden wir noch sehr lange zu knapsen haben.

Wir leben seit vielen Jahren in friedlicher, oft auch freundschaftlich-solidarischer Nachbarschaft mit allen Formen des Protestes, die hier im Viertel beheimatet sind, wozu für uns selbstverständlich und nicht-verhandelbar auch die Rote Flora gehört.
Daran wird auch dieses Wochenende rein gar nichts ändern.

In dem Wissen, dass dieses überflüssige Spektakel nun vorbei ist, hoffen wir, dass die Polizei ein maßvolles Verhältnis zur Demokratie und den in ihr lebenden Menschen findet, dass wir alle nach Wochen und Monaten der Hysterie und der Einschränkungen zur Ruhe kommen und unseren Alltag mit all den großen und kleinen Widersprüchen wieder gemeinsam angehen können.

Einige Geschäftstreibende aus dem Schanzenviertel

BISTRO CARMAGNOLE
CANTINA POPULAR
DIE DRUCKEREI - SPIELZEUGLADEN SCHANZENVIERTEL
ZARDOZ SCHALLPLATTEN
EIS SCHMIDT
JIM BURRITO'S
TIP TOP KIOSK
JEWELBERRY
SPIELPLATZ BASCHU e.V.
MONO CONCEPT STORE





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Reposted fromswissfondue swissfondue viakaddi kaddi

July 15 2017

😂

Aljoscha Rittner (beandev) originally shared:

Ich glaube den Polizeigewerkschaften wird der Vorstoß nicht gefallen, dass bekannte, potentielle Gewalttäter Fußfesseln tragen sollen. Wie lange haben sie doch gegen die Kennzeichnungspflicht gekämpft?

July 14 2017

Finkregh pushed to master at Finkregh/dotfiles

<!-- push -->
Jul 14, 2017
@</a><a href=finkregh" class="gravatar" height="30" src="https://avatars7.githubusercontent.com/u/518090?v=4&s=60" width="30" />
finkregh
Warum ist das eigentlich immer ein "die einen vs. die anderen"? Kann doch nicht sein, dass ich der einzige bin, der sieht, dass bei den Protesten ausnahmslos JEDE Seite fürchterlichen Mist gebaut hat.
Reposted fromnaich naich
finkregh
leider gibt es einen Unterschied zwischen der Staats_gewalt_ und Randale-touris. Achja und Faschos.
finkregh
finkregh
jo klar sind afd und npd und all die andere nazibrut das schlimmste an den migranten.
ansonsten solltet ihr euch in D mal nicht so anstellen wegen islamisierung, das ist bekloppt. auch jede panikmeldung jedes käsblatts zu posten bringt uns nicht weiter

ja es hat da spinner dabei, und es geschehen unschöne sachen. aber das haben wir auch bei und mit christen und andern religioten. 
Reposted fromswissfondue swissfondue

„Antifa-Schweine: Das ist euer Frühstück!”: Verletzte beschuldigen Berliner…

July 13 2017

Häuserkampf zum G20: Spezialeinheiten hätten schießen dürfen | Telepolis

Wat.

Und den Schlüssel für die auf geschossene Tür hat man vorher von Besitzer bekommen…

Telepolis originally shared:

Den im Hamburger Schanzenviertel eingesetzten Spezialeinsatzkommandos (SEK) wurde die Freigabe für den Einsatz von Schusswaffen erteilt. Dies hat der Kommandoführer des sächsischen SEK, Sven Mewes, der dpa heute in einem Interview bestätigt. Die Einheit habe hiervon zwar keinen Gebrauch gemacht, jedoch seien Türen mittels Schusswaffen “mit spezieller Munition” geöffnet worden.

Außerdem hätten die Beamten mit “Ablenkungspyrotechnik” geschossen. Erst das “robuste” Vorgehen und der Lärm der Waffen hätten zum sofortigen Ende der Tumulte geführt. Danach habe “absolute Stille” geherrscht.

Zum G20-Gipfel hatte die Hamburger Polizei eine “Besondere Aufbauorganisation” eingerichtet, in der alle Polizeieinheiten koordiniert wurden. Als “mobile Interventionskomponente” wurden auch SEKs aus Deutschland, Österreich und Berichten zufolge auch aus den Niederlanden angefordert. Sie sollten bei Anschlägen gegen Politiker oder gegen die Bevölkerung zum Zuge kommen.

Von den deutschen Einheiten ist bislang nur die Teilnahme des SEK Sachsen dokumentiert, die mit ihren extra geräumigen Toyota-Fahrzeugen vorfuhren. Bei den Einsätzen wurden aber auch Fahrzeuge aus Bremen gesichtet. Zu den Einsatzmitteln der Einheiten gehören außer Maschinenpistolen auch Abschussgeräte für Gas, Leuchtmunition, Sprengmittel, Pepperballs und Taser.

“Gefühlsmäßig” sei der Einsatz im Schanzenviertel laut dem sächsischen SEK-Chef kein Vorgehen gegen Demonstranten, “sondern gegen Rechtsbrecher, mögliche Verbrecher” gewesen. Mit automatischen Waffen im Anschlag wurden nach Zeugenaussagen aber auch Demosanitäter und Journalisten sowie Umstehende bedroht.

https://www.heise.de/tp/features/Haeuserkampf-zum-G20-Spezialeinheiten-haetten-schiessen-duerfen-3770940.html

https://www.heise.de/tp/features/Haeuserkampf-zum-G20-Spezialeinheiten-haetten-schiessen-duerfen-3770940.html

Reposted bystraycatyouamnitroventschottladen

AfD bringt Erschießung von Plünderern ins Spiel

Faschisten, kann man wohl so sagen.

Aljoscha Rittner (beandev) originally shared:

Die Alterspräsidentin des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern, Christel Weißig (AfD), hat in einem sozialen Netzwerk laut über die sofortige Erschießung von Plünderern nachgedacht.

http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/AfD-bringt-Erschiessung-von-Pluenderern-ins-Spiel,afd1186.html

Reposted bystraycatteijakoolnitroventdychterFyrst
finkregh

LAUT Anwohnern in Hamburg "randalierende Besoffene, Partyvolk, Spektakel-geile Deppen" - aber keine "linken Extremisten".

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+++ STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE +++

Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern.
In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der Polizei gerungen.

Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.
Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels.
Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert.
Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen und das Pflaster aufgerissen wurde.
Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden.
Tagelang.
Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Zum Höhepunkt dieser Auseinandersetzung soll in der Nacht von Freitag und Samstag nun ein „Schwarzer Block“ in unserem Stadtteil gewütet haben.
Dies können wir aus eigener Beobachtung nicht bestätigen, die außerhalb der direkten Konfrontation mit der Polizei nun von der Presse beklagten Schäden sind nur zu einem kleinen Teil auf diese Menschen zurückzuführen.
Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel oder Bushido-Konzert über den Weg laufen würden als auf einer linksradikalen Demo.
Es waren betrunkene junge Männer, die wir auf dem Baugerüst sahen, die mit Flaschen warfen – hierbei von einem geplanten „Hinterhalt“ und Bedrohung für Leib und Leben der Beamten zu sprechen, ist für uns nicht nachvollziehbar.
Überwiegend diese Leute waren es auch, die – nachdem die Scheiben eingeschlagen waren – in die Geschäfte einstiegen und beladen mit Diebesgut das Weite suchten.
Die besoffen in einem Akt sportlicher Selbstüberschätzung mit nacktem Oberkörper aus 50 Metern Entfernung Flaschen auf Wasserwerfer warfen, die zwischen anderen Menschen herniedergingen, während Herumstehende mit Bier in der Hand sie anfeuerten und Handyvideos machten.
Es war eher die Mischung aus Wut auf die Polizei, Enthemmung durch Alkohol, der Frust über die eigene Existenz und die Gier nach Spektakel – durch alle anwesenden Personengruppen hindurch –, die sich hier Bahn brach.
Das war kein linker Protest gegen den G20-Gipfel. Hier von linken AktivistInnen zu sprechen wäre verkürzt und falsch.

Wir haben neben all der Gewalt und Zerstörung gestern viele Situationen gesehen, in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen. Die anderen Vermummten die Eisenstangen aus der Hand nahmen, die Nachbarn halfen, ihre Fahrräder in Sicherheit zu bringen und sinnlosen Flaschenbewurf entschieden unterbanden. Die auch ein Feuer löschten, als im verwüsteten und geplünderten „Flying Tiger Copenhagen“ Jugendliche versuchten, mit Leuchtspurmunition einen Brand zu legen, obwohl das Haus bewohnt ist.
Es liegt nicht an uns zu bestimmen, was hier falsch gelaufen ist, welche Aktion zu welcher Reaktion geführt hat.
Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt.
Dass diese nachvollziehbare Wut sich am Wochenende nun wahllos, blind und stumpf auf diese Art und Weise artikulierte, bedauern wir sehr. Es lässt uns auch heute noch vollkommen erschüttert zurück.
Dennoch sehen wir den Ursprung dieser Wut in der verfehlten Politik des Rot-Grünen Senats, der sich nach Außen im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse sonnen möchte, nach Innen aber vollkommen weggetaucht ist und einer hochmilitarisierten Polizei das komplette Management dieses Großereignisses auf allen Ebenen überlassen hat.
Dieser Senat hat der Polizei eine „Carte Blanche“ ausgestellt – aber dass die im Rahmen eines solchen Gipfels mitten in einer Millionenstadt entstehenden Probleme, Fragen und sozialen Implikationen nicht nur mit polizeitaktischen und repressiven Mitteln beantwortet werden können, scheint im besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von Macht und Glamour vollkommen unter den Tisch gefallen zu sein.
Dass einem dies um die Ohren fliegen muss, wäre mit einem Mindestmaß an politischem Weitblick absehbar gewesen.
Wenn Olaf Scholz jetzt von einer inakzeptablen „Verrohung“, der wir „uns alle entgegenstellen müssen“, spricht, können wir dem nur beizupflichten.
Dass die Verrohung aber auch die Konsequenz einer Gesellschaft ist, in der jeglicher abweichende politische Ausdruck pauschal kriminalisiert und mit Sondergesetzen und militarisierten Einheiten polizeilich bekämpft wird, darf dabei nicht unberücksichtigt bleiben.

Aber bei all der Erschütterung über die Ereignisse vom Wochenende muss auch gesagt werden:
Es sind zwar apokalyptische, dunkle, rußgeschwärzte Bilder aus unserem Viertel, die um die Welt gingen.
Von der Realität eines Bürgerkriegs waren wir aber weit entfernt.
Anstatt weiter an der Hysterieschraube zu drehen sollte jetzt Besonnenheit und Reflexion Einzug in die Diskussion halten.
Die Straße steht immer noch, ab Montag öffneten die meisten Geschäfte ganz regulär, der Schaden an Personen hält sich in Grenzen.
Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben.
Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht.

Der für die Meisten von uns Gewerbetreibende weit größere Schaden entsteht durch die Landflucht unserer Kunden, die keine Lust auf die vielen Eingriffe und Einschränkungen durch den Gipfel hatten – durch die Lieferanten, die uns seit vergangenem Dienstag nicht mehr beliefern konnten, durch das Ausbleiben unserer Gäste.
An den damit einhergehenden Umsatzeinbußen werden wir noch sehr lange zu knapsen haben.

Wir leben seit vielen Jahren in friedlicher, oft auch freundschaftlich-solidarischer Nachbarschaft mit allen Formen des Protestes, die hier im Viertel beheimatet sind, wozu für uns selbstverständlich und nicht-verhandelbar auch die Rote Flora gehört.
Daran wird auch dieses Wochenende rein gar nichts ändern.

In dem Wissen, dass dieses überflüssige Spektakel nun vorbei ist, hoffen wir, dass die Polizei ein maßvolles Verhältnis zur Demokratie und den in ihr lebenden Menschen findet, dass wir alle nach Wochen und Monaten der Hysterie und der Einschränkungen zur Ruhe kommen und unseren Alltag mit all den großen und kleinen Widersprüchen wieder gemeinsam angehen können.

Einige Geschäftstreibende aus dem Schanzenviertel

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July 11 2017

Gefährlicher als die Randale (neues deutschland)

Zitat:

Aber man wird sich nichts vormachen dürfen: Wenn immer lauter dazu aufgerufen wird, sich vorbehaltlos auf die Seite der Polizei zu stellen, wenn nur noch eine kleine Opposition auf die Grundrechte pocht, wenn Versammlungsfreiheit sicherheitspolitischen Erwägungen untergeordnet wird, wenn der Gewaltbegriff nur noch zum Instrument populistischer Attacken gegen Links taugt, wenn die innere Mobilisierung damit angefeuert wird, dass die Krawalle von Hamburg mit Nazimorden und IS-Terror in eins gesetzt werden, wenn es ohne größeren Aufschrei bleibt, dass Polizei und Politiker sich eine kritische Presse verbitten, wenn Journalisten auf »schwarzen Listen« auftauchen, dann haben wir ein weit größeres Problem als das der Randale.

Jep.

https://www.neues-deutschland.de/m/artikel/1056984.gefaehrlicher-als-die-randale.html

pbs.twimg.com/media/DEY22X8XcAApRzB.jpg:large

July 10 2017

finkregh

Fünfmal mehr Medienberichte bei Muslim-Attentätern


Mutmasslich islamistische Terrorattacken sind in den US-Medien massiv überrepräsentiert, zeigt eine Analyse.

Attentate, die von (ausländischen) Muslimen verübt werden, bekommen in den USA fast fünfmal so viel Raum in den Medien, fand eine Studie der Universität Georgia. Wenn der Täter muslimischen Glaubens ist, steigert sich die mediale Abdeckung eines Anschlags um 449 Prozent.

Während Muslime im untersuchten Zeitraum von 2010 bis 2015 nur 12,4 Prozent aller Attentate verübten, bekamen sie 41,4 Prozent der medialen Aufmerksamkeit – ein krasses Missverhältnis.

Die Forscher Erin M. Kearns, Allison Betus und Anthony Lemieux haben für ihre Analyse 2‘413 Artikel von US-Medien über Anschläge auf US-amerikanischem Boden ausgewertet, die nach der Definition der Global Terrorism Database (GTD) als Terrorattacke eingestuft werden. Ihre Daten bezogen sie aus einer Mediendatenbank sowie von CNN.com.

Zwölf Prozent aller terroristischen Anschläge in den USA wurden in den vergangenen Jahren von Menschen muslimischen Glaubens ausgeführt, nur fünf Prozent von muslimischen Ausländern. Für 88 Prozent aller Anschläge waren Nicht-Muslime verantwortlich. (Daten: GTD, Bild: MSNBC)

Über Anschläge von Nicht-Muslimen wird weniger berichtet

US-Präsident Donald Trump, der sich fortwährend darüber beschwert, dass von den «unehrlichen» Medien über manche Verbrechen zu wenig berichtet wird, hat so gesehen recht. Freilich ganz anders als er meint.

Über Attentate, die von weissen, christlichen oder Menschen unbekannter Glaubenszugehörigkeit verübt werden, wurde im Vergleich wenig berichtet. Ganze 20 Prozent aller untersuchten Medienberichte über den gesamten 5-Jahres-Zeitraum beschäftigten sich mit dem Anschlag eines islamistischen Brüderpaars auf den Boston Marathon in 2013. Das Attentat von Charleston, das durch einen weissen US-Amerikaner verübt wurde zog gerade 7,4 Prozent der medialen Aufmerksamkeit auf sich. Auf 3,8 Prozent kam ein Massaker in einem Sikh-Tempel 2012 in Wisconsin, wo ein Veteran der US-Armee sechs Personen erschoss.

Muslime werden als Bedrohung wahrgenommen

Dieses Ungleichgewicht in der Berichterstattung habe für die muslimische Bevölkerung der USA weitreichende Folgen, erklärte Muniba Saleem, Assistenzprofessorin im Fachbereich Kommunikationswissenschaft an der University of Michigan, auf einem Panel des US-Nachrichtensenders MSNBC.

[ https://www.youtube.com/watch?v=rUg1nd1C3XY  ]

«Wir [die US-amerikanische Öffentlichkeit] hören von Muslimen nur noch im Zusammenhang mit Terror», führt sie an. «Wenn Muslime etwas Positives oder auch nur Neutrales tun, wird darüber von den Medien nicht berichtet».

Beherrschender Faktor: die Identität des Täters

Muslime würden zunehmend als Bedrohung wahrgenommen, resümieren auch die Autoren der Studie. Wenn über etwas mehr berichtet werde, geschehe es in der öffentlichen Wahrnehmung auch öfter.

Neben Faktoren wie der Anzahl der Todesopfer, einer Festnahme des Täters oder dem Ort des Anschlags spiele bei der Häufigkeit der Berichterstattung vor allem die Identität des Täters eine Rolle, stellen sie fest.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Das Publikum neigt bekanntlich dazu, sich mit sozial und örtlich näherstehenden Opfern mehr zu identifizieren. Dazu kommen verschiedene andere Faktoren. Beispielsweise, dass sich selbst relativ seltene und unwichtige Ereignisse zu einer Welle hochschaukeln können, wie es vor Kurzem bei Hai-Attacken der Fall war.

Berichtet werde beispielsweise oft nicht nur über einen Anschlag, sondern auch über die Reaktionen darauf, die bei mutmasslich islamistischen Anschlägen umfangreicher sind, bemerkt Ari Melber, Host des MSNBC-Panels selbstkritisch.




https://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/Terror-Funfmal-mehr-Medienberichte-bei-Muslimen

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finkregh
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archatlas [via booklover]: Located in the Yintai Center of Chengdu, this bookstore designed by X+Living embodies the cultural charm of this populous city in Western China. The streets of Chengdu have become a unique landscape, with its cultural atmosphere and remarkable leisure, running through every person’s life, and properly showing its elegance.

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Finkregh starred Pterodactyl/Panel

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Jul 10, 2017

July 09 2017

finkregh

Ich wäre ja eigentlich der Meinung, man sollte die ganzen Staatsspitzen auf einer umgebauten Bohrinsel tagen lassen. Wenn sie ein wirkliches Ergebnis erreicht haben (Das ist ihr Job), dann können sie weissen Rauch aufsteigen lassen. Andernfalls werden einmal pro Woche Trinkwasser und EPAs dort abgeworfen....
Sowas würde die Produktivität solcher Gipfel stark steigern....

Leserbrief Telepolis

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