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finkregh

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Aber auch heute stellen wir uns nicht der Vergangenheit, denn auch heute ist die Aufarbeitung noch mit großen Schmerzen verbunden. Weitaus genehmer ist da der Fingerzeig gegen einzelne Zeitgenossen, der Blick gen Partei, die Ernennung eines Prügelknaben und zugleich die Abstrafung von diesem. Dabei ist es die Gesellschaft per se, die diese lautstarken Gesellen hervorbringt, die Parteien befügelt so oder so zu handeln, die Gesellschaft verschafft diesen Gruppen oder einzelnen Personen die Legitimation, stellt die Persilscheine aus. Sicherlich, wir leben heute im Jahr 2010, anno 1960 waren gänzlich andere Äußerungen möglich, auch in demokratischen Gefilden. Was man damals noch frei heraus sagen durfte bzw. konnte, daß muß heute in einer «politisch korrekten» Verpackung dargereicht werden, die Inhalte jedoch sind ähnlich radikaler Natur wie eh und je. Randgruppen jedweder Couleur erfahren in diesem Land einzig eine Duldung, solange es der Gesellschaft «gut» geht und diese Randgruppen ihren Nutzen erfüllen. Doch wann geht es der Gesellschaft gefühlt «gut»? Und was erst geschieht in einer Krise? Bei letzterer frönt das Gros einzig dem Ego, spricht dem Gegenüber Rechte ab, ja gar die Existenzberechtigung. Folklore kompensiert in jenen Zeiten die Unwissenheit.

Wenn also im Moment ein «brauner Spuk» die Genossen heimsucht, so ist das sicherlich ein Grund für eine erhöhte Aufmerksamkeit, jedoch ist es dies sicherlich kein Grund abermals einen Prügelknaben zu bemühen, um von den Problemen der Gesellschaft abzulenken.

Schatten der Vergangenheit … | akephalos

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Schweinderl