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October 14 2010

finkregh
Die NZZ am Sonntag ging in ihrer gestrigen Ausgabe der Frage nach, weshalb sich günstiges Kollektiv-Internet noch nicht mehr durchgesetzt hat. In Wohnblöcken wird üblicherweise die Kabelfernseh-Gebühr via Nebenkostenabrechnung eingezogen, und dieses Kollektiv-Modell könnte auch für den Internetanschluss funktionieren, doch scheint noch kaum jemand auf diese Idee gekommen zu sein. Das Einsparpotenzial im administrativen Bereich ist für den Serviceprovider beträchtlich, und das resultiert in günstigeren Anschlussgebühren. Doch - wie die NZZaS schreibt - wollen das die meisten Serviceprovider gar nicht:
[...] Gerade in grösseren Überbauungen wäre es vergleichsweise einfach, analog zum Kabel-TV auch einen kollektiven Internetzugang anzubieten. Das wäre deutlich schneller und vor allem viel günstiger als die meisten Angebote für Privatpersonen, die es auf dem Markt gibt. Doch Swisscom und andere Telekom-Anbieter verkaufen lieber die lukrativen individuellen Daten-Abos. [...]
Unser hier schon kurz angedeutete FTTB (Fibre to the Building) Referenzprojekt in Winterthur kommt im NZZaS-Artikel auch zur Sprache:
[...] In einem Pilotprojekt, das Fredy Künzler gemeinsam mit dem Zürcher Service-Provider Init7 realisiert hat, ist ein solcher Kollektivanschluss bereits Realität. In einem neu erstellten Studentenwohnheim in Winterthur wurde in allen Wohneinheiten ein Breitband-Anschluss mit einem symmetrischen Datendurchsatz von 100 Mbps an das Internet eingebaut. Die Kosten von Fr. 17.50 pro Monat sind bereits im Mietzins enthalten. «Bei den Studenten kommt das Angebot bestens an», sagt Sarah Bügler von der Livit AG. [...]
Damit kann ich jetzt die Katze endlich aus dem Sack lassen: Das neue Studentenhaus an der Unteren Briggerstrasse in Winterthur wurde von uns mit Gigabit-Ethernet über Glasfaser direkt an den 10Gig-Backbone angebunden. In den beiden Häusern erfolgt die Verteilung über Cat-5e UGV Verkabelung in jedes der 106 Zimmer. Die - teilweise auf den Etagen verteilten - Switches werden ebenfalls durch Init7 gemanagt und jeder Zimmeranschluss ist mit 100mbps symmetrisch angebunden. Selbstverständlich mit IPv4 und IPv6 - via DHCP. Also einstecken, läuft, schnell ... adieu, popeliges ADSL! Dass dabei kein Router oder Cable-Modem mehr benötigt wird, ist ein angenehmer Nebeneffekt - auch aus ökologischer Sicht. Wenngleich diese kleinen Appärätli nicht viel Strom verbrauchen, 106 mal 25 Watt sind auch fast 3 Kilowatt. Und bekanntlich ist die günstigste Energie jene, die gar nicht verbraucht wird. Für Techniker mag das Setup banal aussehen, und in der Tat: es ist alles andere als Rocket Science, jedes Campus-LAN ist komplizierter ...

Der administrative Aufwand ist minimal: eine Rechnung pro Quartal an den Vermieter, der seinerseits mit der sowieso vorhandenen Mietzins- und Nebenkostenabrechnung auch gleich den Internet-Anschluss fakturiert. Dieser ist dank optimierten Abläufen vergleichsweise günstig und beläuft sich im vorliegenden Referenzprojekt auf CHF 17.50 im Monat pro 100/100mbps Port. Details zum Projekt haben wir in einem kurzen FTTB-Factsheet zusammengefasst.

Dass der 100mbps/100mbps-Anschluss durchaus von den Bewohnerinnen und Bewohner genutzt wird, verdeutlicht diese Traffic-Statistik von heute und sie straft all jene Lügen, die behaupten, der Mensch brauche keine symmetrische Bandbreite. Ist (notabene nicht überbuchte) Kapazität vorhanden, wird sie auch genutzt.

Trafficstatistik Studentenwohnen Winterthur

Und so sieht die ganze FTTB-Installation im Studenten-Wohnhaus in Winterthur aus:

FTTB Installation Stundenten-Wohnhaus Winterthur
CH Internet Szene
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November 29 2009

Eine erfolgreiche Kampagne?

Anti-Minarette-Plakat

Die Anti-Minarett-Kampagne der rechts-populistischen Volkspartei SVP spaltet die Schweiz. Basel und Lausanne hatten den Aushang der Plakate verboten, Genf und St.Gallen ließen sie aufhängen. Die Wähler der Schweiz stimmten heute mit einer Mehrheit von 57% für ein Verbot weiterer muslimischer Gebetstürme. Ob sie alle wussten, dass es in der Schweiz gerade einmal vier Minarette gibt?

Gut möglich, dass bei einer Kampagne, die sich in der Gestaltung der Stilmittel der Nationalsozialisten bedient, der Inhalt in den Hintergrund tritt. Das Motiv nährt Vorurteile und schürt Ängste. Minarette, die aussehen, als wären sie in den Boden gestellte Pershing-Raketen sind nicht grenzwertig, sie überschreiten die Grenze.

Muss eine Demokratie den Aushang dieses Motivs dulden oder muss sie die Veröffentlichung verhindern? Genau hier gibt es offensichtlich keine Einigkeit. Wichtig ist, dass man die Bildsprache, die sich ganz bewusst an dem Erscheinungsbild der Nationalsozialisten orientiert, richtig deutet. Wie wäre die Wahl wohl ausgegangen, hätte die SVP CD-konform gehandelt und ein in grün gehaltenes und dadurch deutlich freundlicher wirkendes Plakatmotiv gewählt?

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